Westringbaustelle: Ab Juli Lärm, Staub, Erschütterungen
Lärm, Staub, Erschütterungen: Ab Juli wird der Westringbau betonierte Realität – zurück bleiben die Anrainer:innen, die Umwelt und die Lebensqualität
Die Fällungen von mehr als 240 Bäumen in und um den Bergschlösslpark im Vorjahr haben die verheerenden Auswirkungen des Westring-Baus bereits auf drastische Weise erstmals deutlich sichtbar gemacht. Doch das war nur ein Vorgeschmack: Denn wenn ab Juli die Bagger anrücken, wird nahe dem Hauptbahnhof kein Stein auf dem anderen bleiben. „Für mindestens sechs Jahre gehören dann Lärm, Staub, Erschütterungen und eine Großbaustelle vor dem Wohnzimmer für viele Menschen zum Alltag. Diese Belastung für den Bau einer Autobahn mitten durch die Stadt ist eine massive Einschränkung der Lebensqualität. Und als wäre das nicht schon zukunftsvergessen genug, zahlt Linz für diese Zerstörung von Natur und Umwelt auch noch kräftig mit“, erinnert Klubobmann Helge Langer.
Während Städte wie Paris in den vergangenen Jahren alles darangesetzt haben, den Verkehr aus ihren Städten herauszubringen, sind in Linz die Pläne, durch eine Autobahn noch mehr Verkehr mitten in die Stadt zu holen, nach wie vor ausgerollt. Trotz allseits angespannter Budgets scheint dafür auch Geld keine Rolle zu spielen. Insgesamt kostet die Autobahnschneise mindestens 1,18 Milliarden Euro, rund 56,3 Millionen Euro überweist dabei die Stadt Linz nach Wien. Wie sehr die Kosten über die Jahre explodiert sind, zeigt sich daran, dass der städtische Anteil zu Vertragsbeginn noch 31,3 Millionen Euro betragen hat und somit bereits um 25 Millionen Euro gestiegen ist.
„Doch anstatt die Reißleine zu ziehen, stehen SPÖ, ÖVP und FPÖ nach wie vor am Gaspedal, um möglichst schnell Richtung verkehrspolitischer Vergangenheit zu rasen, und lehnen jegliche Prüfung zum Ausstieg aus dem Finanzierungsvertrag ab. Das ist zum Kopfschütteln, schließlich ist die Finanzierung von Autobahnen nicht Aufgabe der Stadt“, macht Langer deutlich.
Zu befürchten ist, dass die Kosten noch weiter steigen. Denn alleine der steckengebliebene Bohrkopf hat gezeigt, wie schwierig der Untergrund ist, durch den der Freinberg-Tunnel gegraben werden soll. „Unabhängig davon wird der Bahnhofsknoten die kommenden sechs Jahre nicht nur die größte Dauerbaustelle der Stadt, sondern dem Stadtteil nach der Fertigstellung eine ungeahnte Verkehrslawine begleitet von Autolärm und Abgasen bescheren. Darüber können auch die Visualisierungen der Asfinag mit vielen Bäumen, die hier niemals wachsen werden, und den neuen Straßen auf mehreren Ebenen, auf denen kaum Autos zu sehen sind, nicht hinwegtäuschen. Die Realität wird eine andere sein und das wissen die Menschen auch“, so Langer.
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