Die Folgen des Westringbaus: Fuß- und Radweg gesperrt
Die Bauarbeiten für den Westringtunnel stehen zwar erst am Beginn, doch schon jetzt müssen die Bewohner:innen des Froschbergs erhebliche Einschränkungen erdulden. So ist eine wichtige Fuß- und Radwegverbindung, die die Niederreithstraße mit der Ziegeleistraße verbindet, gesperrt. Zudem fahren die Buslinien 45 und 46 ab Montag nicht mehr durchgehend Richtung Froschberg und zwingen die Fahrgäste zum Umstieg am Hauptbahnhof. „Umwege, längere Fahrzeiten, täglicher Ärger: Stück für Stück wird der Froschberg durch den Autobahnbau von der Innenstadt abgetrennt. Das ist nicht zu akzeptieren und zeigt schon jetzt die negativen Auswirkungen, die dieses Steinzeitprojekt hat. Dass die Stadt dafür noch mitzahlt und in Summe rund 70 Millionen Euro für Autobahnen vergräbt, ist dabei besonders absurd“, betont Klubobmann Helge Langer.
Der Bereich um den Hauptbahnhof wird mindestens für die kommenden sechs Jahre zu einer in Linz kaum jemals gesehenen Groß- und Dauerbaustelle. Doch noch bevor die schweren Baumaschinen auffahren, Lärm, Staub und Erschütterungen den Alltag vieler umliegender Bewohner:innen massiv beeinträchtigen, wirkt sich der Bau der Autobahnschneise negativ auf ihre Lebensqualität aus. Denn für den Tunnel wird nicht nur tief in den Boden gebohrt, auch die Oberleitung für die Buslinien 45 und 46 ist betroffen und muss weg. Dadurch können die O-Busse nur noch bis zum Hauptbahnhof fahren. Das restliche Stück Richtung Stadion wird mit einem eigenen Pendelverkehr zurückgelegt.
Somit heißt es am Bahnhof ab Montag „bitte umsteigen“. „Wir sprechen wir hier von einer Busverbindung, die einen rund 11.000 Bewohner:innen zählenden Stadtteil mit der Innenstadt, Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und der Industriezeile verbindet und nicht mehr durchgehend verkehrt. Dadurch müssen die Linzer:innen jedes Mal den Bus wechseln und verlieren dabei Tag für Tag wertvolle Zeit“, so Langer. Gleiches gilt für alle Bürger:innen, die auf ihren Alltagswegen die Verbindung durch die Niederreithstraße Richtung Ziegeleistraße zu Fuß oder mit dem Rad nutzen, um so unkompliziert Richtung Bahnhof zu gelangen. Das ist seit Kurzem nicht mehr möglich und bedeutet mühselige Umwege in Kauf zu nehmen. Denn die betroffenen Grundstücke gehören mittlerweile der Asfinag, die diese nun gesperrt hat – laut Bürger:innen noch dazu ohne vorige Information.
„Ob mit den Öffis, zu Fuß oder mit dem Rad: Der Weg vom Froschberg Richtung Zentrum wird ohne Auto immer mehr zum Hindernislauf. Nach den Fällungen von mehr als 240 Bäumen in und rund um den Bergschlösslpark ist das der nächste Vorgeschmack, was den Menschen in unserer Stadt in den kommenden Jahren noch alles zugemutet werden wird. Der Ärger von Betroffenen darüber, der uns bisher erreicht hat, ist mehr als verständlich. Wir brauchen Stadtteile, die über kurze Wege miteinander verbunden sind und nicht durch Steinzeit-Autobahnprojekte voneinander getrennt werden“, ist Langer überzeugt.