Sicherheitsgipfel ohne Frauen- u Gewaltschutzorganisationen
Männergewalt gegen Frauen als enormes Problem in unserer Gesellschaft Als Reaktion auf die jüngst erfolgten brutalen Gewalttaten in unserer Stadt haben Bürgermeister Prammer und Sicherheitsstadtrat Raml für 11. Mai einen Sicherheitsgipfel angekündigt. Dazu jedoch nicht eingeladen: Frauenstadträtin Eva Schobesberger und die Expertinnen der Linzer Frauen- und Gewaltschutzorganisationen. „Angesichts des enormen Problems, das wir mit von Männern verübter Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft haben, muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Frauenstadträtin bei einem Termin zum Thema Sicherheit mit am Tisch sitzt. Alles andere kommt einer Verharmlosung der Situation gleich und ist inakzeptabel“, hält der Grüne Klubobmann Helge Langer fest.
Frauen zum großen Teil von Gewaltvorfällen betroffen
Alleine in den ersten vier Monaten des heurigen Jahres haben wir in Österreich neun Femizide betrauern müssen. Insgesamt ist laut Statistiken jede dritte Frau in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Die Täter sind überwiegend Männer. „Diese Zahlen sind erschreckend und machen den massiven Handlungsbedarf deutlich, den wir als gesamte Gesellschaft auf allen Ebenen haben. Insbesondere Männer müssen hier ihrer Verantwortung nachkommen, damit ein gewaltfreies Leben für alle endlich selbstverständlich wird“, ist Langer überzeugt.
Dass in Linz dennoch zwei Männer entschieden haben, das für die Frauenagenden zuständige Mitglied der Stadtregierung nicht zum Sicherheitsgipfel einzuladen und auch die Linzer Expertinnen der Gewaltschutzorganisationen außen vor zu lassen, ist daher ein fatales Signal. „Auch wenn die Opfer der jüngsten erschütternden Vorfälle in Linz Männer waren, sind von Gewaltvorfällen zu einem großen Teil Frauen betroffen. Oftmals sind Täter auch in dieser Hinsicht bereits auffällig geworden. Dass trotz dieser Tatsache die Frauenstadträtin und die Expertinnen nicht Teil des ‚Gipfels‘ sind, erweckt den Eindruck, dass weder der Bürgermeister noch der Sicherheitsstadtrat dem Problem der Männergewalt gegen Frauen die nötige Bedeutung zumessen“, so Langer.
Bestehende Opferschutzarbeit mit Gemeinwesenarbeit zu verbinden und dort anzusetzen, wo Gewalt stattfindet – in den Stadtteilen, in der Nachbarschaft, in den Siedlungen: Das ist das besondere Merkmal von „StoP“. In Linz ist die Initiative im Jahr 2021 vom Frauenhaus Linz gestartet worden und wird in Urfahr und im Franckviertel umgesetzt. Somit wendet sich das Projekt, das in Linz neben dem Bund auch vom städtischen Frauen- und Sozialressort finanziert wird, explizit und direkt an die Zivilgesellschaft, bindet diese aktiv ein und vermittelt was jede:r einzelne beitragen kann. „Dieses Angebote ist von entscheidender Bedeutung, um die Prävention von Gewalt und das Wissen, wie man sich aktiv für eine gewaltfreie Gesellschaft einsetzen kann, voranzutreiben. Würde der Bund die Finanzierung dafür einstellen, wäre dies ein fatales Signal an die gemeinsamen Anstrengungen, ein gewaltfreies Leben für alle Menschen zu gewährleisten“, so Schobesberger.
Umso wichtiger ist es daher, dass der Linzer Gemeinderat mit dem einstimmigen Beschluss der Resolution eine klare Botschaft an die Bundesregierung übermittelt, dass die weitere Finanzierung von „StoP“, das auch bereits den Frauenpreis der Stadt Linz erhalten hat, unbedingt notwendig ist. „Dieses Projekt verbindet engagierte Expert:innen mit der Bevölkerung, stärkt die Zivilcourage und die Sensibilität gegenüber offenkundigen Zeichen von Gewalt und ist daher nicht nur vorbildlich, sondern ein unverzichtbarer Teil der Gewaltpräventionsmaßnahmen in unserer Stadt. Dass dies auch der gesamte Gemeinderat so sieht, freut mich sehr. Ich erwarte mir, dass die Bundesregierung dieses Signal ernst nimmt und auch künftig die Finanzierung von „StoP“ sicherstellt“, so Schobesberger.